Deutsches Tierschutzgesetz

Zweiter Abschnitt Tierhaltung §2

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren ( 7.05.2014)

Zusammenfassung für mongolische Rennmäuse:

Raumbedarf: mittelgroße Mäuse 0,5 m²

Gehegeeinrichtung: da grabende Art: tiefe, staubarme Einstreu mit der Möglichkeit Baue anzulegen. Für alle Arten müssen Höhlen, Röhren oder andere Versteckmöglichkeiten aus Stein, Holz oder Karton angeboten werden. Tiere der Trockengebiete, insbesondere der Wüsten, benötigen zur Fellpflege die Möglichkeit zum Baden in feinem Sand.

Sozialgefüge/ Vergesellschaftung: Paarhaltung oder in Familiengruppen.

Lebensraumbereicherung: Durch Lebendfutter, frische Zweige und krautige Pflanzen sowie Heu und Haushaltspapprollen, Papier, Fellhaare, Kokosschalen etc. zum Benagen und zum Nestbau.

Fütterung/ Ernährung: Ernährung mit Sämereien, Gras, Kräutern, Heu, Gemüse und Knollen. Da bei allen Arten die Nagezähne nachwachsen, müssen Materialien zur Zahnabnutzung angeboten werden.

Empfehlungen

Für die Rennmaus Haltung eignen sich verschiedene Formen der Nagerheime. Sie können von Aquarien-Becken, über verschiedene Terrarien bishin zu Eigenbauten und Kombinationen alles wählen. Wichtig ist bei allen Formen, dass eine Einstreuhöhe von mindestens 20 cm möglich ist. Das Anlegen von Tunneln und Höhlen ist ein grundlegendes Verhalten von Rennmäusen. Können sie diesem nicht nachkommen, entwickeln sie oft Verhaltensstörungen wie ständiges Nagen am Gitter. Ebenen, welche Sie z.B. bei Eigenbauten anbieten, zählen nicht zum gesetzlichen Mindestmaß von 0,5 m² ( 100x50cm), sondern stellen nur eine Ergänzung dar, auf der sich Räder, Gläser für das Sandbad und Näpfe sicher abstellen lassen und den Mäusen erhöhte Aussichtspunkte bieten.

Das Rennmausheim sollte nicht direkt in der Sonne stehen, jedoch eine durchgängige Eintstrahlung von indirektem Tageslicht ermöglichen. Sie sollten außerdem in normal temperierten Räumen und geschützt vor starken Luftzügen stehen.

Eine Gruppe sollte immer aus 2 gleichgeschlechtlichen Tieren bestehen. Größere Gruppen sind instabiler und gehören nicht in Anfänger Hände, besonders wenn den Tieren eine sehr große Wohnfläche zur Verfügung steht sind Gruppenspaltungen und Revierkämpfe vorprogrammiert.

Die Inneneinrichtung sollte ausschließlich aus natürlichen und unschädlichen Materialien bestehen! Als Streu empfehlen wir staubarmes Streu, besonders geeignet sind grobe Spähne oder verschiedene Hanfstreu. Zur Stabilisierung der Tunnel sollten Heu, Stroh und kleine Äste untergemischt werden. Um dem ständigen Nagen und Nestbau gerecht zu werden, empfiehlt es sich regelmäßig Materialien nachzureichen, hierfür eignen sich frische Äste, Papprollen, weiches Papier und Heu. Wasser sollte in einer hochstehenden flachen Schüssel oder in einer Glasflasche angeboten und täglich gewechselt werden. Das Futter kann beliebig in der Streu verteilt werden, so ist die Futtersuche ebenfalls eine Beschäftigung! Außerdem sollte neben verschiedenen Versteckmöglichkeiten in Form von Häusern, Röhren und Brücken, ein Laufrad zur Verfügung stehen. Der Durchmesser dieses sollte mindesten 27 cm betragen, da kleinere Laufräder dem Rücken schaden! Für die Fellpflege darf ein Sandbad nicht fehlen! Es bietet sich an den Sand in ein Glasgefäß mit erhötem Rand zu füllen, da in diesem gerne gescharrt und gebuddelt wird. Der Sand muss sehr fein und frei von Duftstoffen sein, daher ist von vielen Sandsorten für Vögel abzuraten, am besten geeignet ist Chinchilla Sand. Das Sandbad sollte täglich gereinigt werden, dies kann z.B. mit einem Sieb schnell erledigt werden.


Ideen Galerie

Hier wurde ein kleines großes Paradies geschaffen! Besonders toll ist die Ebene voll Sand.

Bei solchen Projekten ist ihrer Kreativität keine Grenze gesetzt :)


Wir haben unsere OSB Terrarien mit Ebenen versehen, um Sandbäder etc sicher abzustellen und diese sowie das Rad vor möglichem zubuddeln zu schützen :) Alle ebenen sind offen gestaltet und bieten so mehrere Aufgänge.
Die OSB Platten sind mehrfach lackiert um sie vor Urin zu schützen und die Holzleisten in der Front sind mit  Aluleisten vor Knabberattacken geschützt.


Dieser Eigenbau von Kerstin wurde vollständig selbst angefertig. Die Maße des Aquariums betragen 120x50x50cm. Er überzeugt mit der großen Öffnung in den unteren Bereich für eine ausreichende Belüftung, und einer Buddelkiste :) Das Holz wurde mehrfach mit Sabberlack gestrichen und um die Renner auch Abends beobachten zu können, wurden LED Leisten angebracht.



Tina hat für ihr Rennerduo aus unserem Clan einen Aufsatz von einer Firma anfertigen lassen. So kann das Aquarium vollständig mit Streu befüllt werden und im Aufsatz bieten mehrere Etagen Abwechslung und Platz für alles weitere.



Diese tolle Kombi ist super einfach umzusetzen und das Ergebnis ein Traum für buddelwütige Renner :)
Hier wurde dieses Gehege einfach doppelt gekauft und übereinander gebaut. Aus dem unteren die Ebenen entfernt und der Deckel abgenommen, das andere darauf befestigt :)



Viele Liebhaber möchten gerne ein Regal umbauen. Dies ist jedoch selten artgerecht und mit den herkömmlichen Anleitungen und Vorbildern fördert es Streit und Revierbildung.

Wir konnten jedoch ein tolles Beispiel dafür finden, wie man ein Regal auch artgerecht umfunktionieren kann!


Eine der einfachsten Kombinationen :) Als Ausatz dient ein gekauftes OSB Terrarium ( ebay etc). Hier wird einfach ein großes Loch in den Boden gesägt und die Lüftungen an den Seiten vergrößert. Und schon ist der Aufsatz fertig.