Mögliche Erkrankungen

Erkrankungen ohne genetischen Einfluss:

 

Die Rennmaus kann aufgrund verschiedenster Ursachen an verschiedenen Erkrankungen leiden. Diese sind meist gut behandelbar, und die Prognosen sind gut, wenn die Erkrankungen rechtzeitig entdeckt werden. In jedem Fall ist ein Besuch beim Tierarzt nötig.

 

Oft vertreten sind Parasiten. Möglich ist der Befall mit Milben, Hautpilzen und verschiedener Endoparasiten. Diese können über neue Fellnasen, Streu, Heu&Stroh, sowie Gräser und Holzgegenstände übertragen werden. Es ist daher ratsam gesammeltes Frischfutter gründlich zu waschen und neue Einrichtungsgegenstände zu desinfizieren, z.B. im Backofen. Viele frieren das Streu vor der Nutzung auch ein, und verwenden ab und an Enzymreiniger für das Gehege.

Zeigt ihr Renner Symptome wie kreisrunde Stellen im Fell, Lücken im Fell, starken Juckreiz, Gewichtsverlust oder ähnliches, so sollten Sie eine Sammelprobe vom Kot ( über 3 Tage) nehmen, und diese und den Renner mit zum Tierarzt nehmen. Mithilfe der Laborergebnisse kann der Tierarzt Ihnen dann das richtige Mittel zur Behandlung aushändigen. Während einer solchen Behandlung ist es ratsam die Renner in ein kleines Gehege mit Zewa als "Einstreu" zu setzen. Dieses kann täglich gewechselt werden und vorallem sinkt so das Risiko der Reinfektion durch die Umgebung. Währenddessen haben Sie auch genügend Zeit das richtige Gehege samt Einrichtung gründlich zu reinigen!

 

Häufig sind Renner auch von Erkrankungen der Lunge betroffen. Diese Infektionen können einerseits von Viren und Bakterien ausgelöst werden, andererseits auch von Staub ( schlechte oder gar schimmlige Einstreu, Heu & Stroh). Die Behandlung ist möglich, die Chancen für die Renner stehen jedoch schlechter als z.B. bei einem Parasitenbefall. Wichtig ist hier die Infektion rechtzeitig zu erkennen und vom Tierarzt behandeln zu lassen. Einer Infektion durch Staub können Sie mit gut gelüfteten Gehegen und hochwertigen staubarmen Streu vorbeugen!

Erbkrankheiten

Skoliose: Dieses Problem ist recht unbekannt, nimmt aber immer mehr zu. Ich beobachte es immer wieder bei den armen Zoohandlung-Rennern. Skoliose äußert sich bei Rennern durch einen "Buckel" auf dem Rücken, oder sogar durch einen ( im gesamten) stark gebogenen Rücken. Die Maus ist in ihren Bewegungen eingeschränkt und leidet unter starken Rückenschmerzen.

 

Knickschwanz/ Wellenschwanz: Bei einem Knichschwanz sind die Schwanzwirbel deutlich zu Knicken verformt. Dies kann von einem Knick bishin zu einem Zickzack reichen. Die Knickschwänze sind i.d.r angeboren. Der Wellenschwanz tritt meist erst im Alter von 6 Monaten ( ->Zuchttauglichkeit). Hier sind die Wirbel nicht zu Knicken verformt, sondern lediglich unterschiedlich "stark", es entsteht der Eindruck von Verdickungen.

 

Knickpfote: Bei einer Knickpfote verhält es sich wie beim Knickschwanz. Der Knochen verformt sich zu einem Knick. Dabei kann eine oder auch mehrere Pfoten betroffen sein. Es ist möglich das der Renner dadurch Bewegungsbeeinträchtig zeigt oder Probleme bei der Nahrungsaufnahme hat.

 

Epilepsie: Die Epilepsie kann vom unkontrolliertem Zucken der Ohren, bishin zum vollständigen Kontrollverlust ausgeprägt sein. I.d.r. zeigt sie sich schon beim Jungtier. Hier zeigt sich die Beobachtungsgabe des Züchters oder des Liebhabers. Renner, die erbliche Epilepsie haben, leiden regelmäßig unter den Anfällen. Einmalige epilepsie-ähnliche Krampfanfälle können z.B. auch durch Vergiftungen oder Calciummangel ausgelöst werden.

 

Blindheit: rotäugige Rennmäuse sind nicht bei allen Züchtern und Liebhabern beliebt, denn oft tritt in Verbindung mit dem "pink-eyed-Gen" auch Blindheit auf. Zu sehen ist dies z.B. an extrem hellroten blassen Augen.

 

Taubheit: Bei den Superschecken traten erstmals taube Rennmäuse auf. Mittlerweile ist es einigen Züchtern gelungen die genetischen Gegebenheiten zu erläutern und hörende Superschecken zu züchten. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Tumorbildung: Weit verbreitet ist leider auch die Bildung von verschiedenen Tumoren. Oft betroffen sind die Duftdrüsen männlicher Renner. Es wird VERMUTET, dass die Tumorbildung bei Rennern, deren Gehege oft gereinigt wird, begünstigt wird. Nach der Reinigung müssen die Renner ihr Revier neu markieren, hierfür streichen sie mit ihren Duftdrüsen am Bauch über die Streu und die Einrichtungsgegenstände. Die genetische Disposition scheint hier aber deutlich wichtiger!