Meriones unguiculatus- Die mongolische Rennmaus

Überordnung: Euarchontoglires

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)

Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)

Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)

Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)

Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)

Gattung: Sandmäuse (Meriones)

 

Herkunft: Sandsteppen und Halbwüsten der Mongolei, welche von Nordchina bis nach Südsibirien reicht.

 

Entdeckung: 1866 wurde die Rennmaus erstmals vom Franzosen Abbé Armand David entdeckt. Dieser brachte 3 Exemplare mit nach Europa und übergab diese dem Naturkundemuseum in Paris, wo sie 1867 ihren lateinischen Namen erhielten.

Kasuga fing 1935 20 Zuchtpaare aus dem Amur-Flusstal, und brachte diese nach Japan in das Kitasato Institut, wo sie als Zuchtkolonie gehalten wurden. 1949 wurde in Tokyo eine weitere Kolonie gegründet. 1954 wurden von dort 11 Paare in die USA gesandt. Von den elf Paaren gelang mit fünf Weibchen und vier Männchen die Zucht. Diese bildeten den Grundstock der Kolonie, von der alle Rennmäuse der Tumblebrook Farm abstammen. Von dort verbreiteten sie sich über Labore und Universitäten innerhalb der USA und später auch in Übersee.

1964 z.B. wurden zwölf Paare einer Sub-Kolonie aus Massachusetts nach England importiert. Mit ihnen wurde eine Kolonie an der Universität von Birmingham aufgebaut. Von dort wurden die Tiere an Laboratorien innerhalb Großbritanniens und an andere europäische Staaten vermittelt. 1995 wurden erneut Rennmäuse in der Mongolei eingefangen. Hier gelang mit 60 Tieren die Weiterzucht. Die heutigen Wildfangnachzuchten in den zoologischen Gärten und bei Züchtern entstammen höchst wahrscheinlich dieser neuen Linie.

 

Körperbau: Die erwachsene Rennmaus ist im Durchschnitt 10-12cm lang, der Schwanz ist noch einmal so lang. Die Männchen sind größer und kräftiger als die Weibchen. Sie sind um die 80-100g schwer. Der Kopf ist rundlich und breiter als bei anderen Mäusen. Die Ohren sind klein, die Augen rund. Der Körper ist lang und flach, der Rücken gerade bis leicht gewölbt ( keine Buckel!). Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine, so ist die Rennmaus in der Lage große Distanzen bei hohem Tempo zu rennen, weit zu springen, und sich aufzurichten. Der Schwanz ist lang, gerade und vollständig behaart, wobei die Behaarung zum Ende hin stark zunimmt. Dieser Puschel wird allgemein "Quaste" genannt.

 

Fortpflanzung: Die weiblichen Rennmäuse sind mit 8 bis 10 Wochen geschlechtsreif, während die Männchen erst ab ca. 12 Wochen geschlechtsreif sind. In freier Wildbahn pflanzt sich nur das Alpha-Pärchen der Gruppe fort, die Geschlechtesreife der Nachkommen werden hormonell unterdrückt. Die Tragzeit beträgt im Durchschnitt 26 Tage. Direkt nach der Geburt beginnt der Zyklus des Weibchens erneut und sie kann wieder gedeckt werden. Da weibliche Rennmäuse befruchtete Eizellen im Eileiter zurückhalten können, beträgt die Tragzeit des zweiten Wurfes zw. 26 und 48 Tagen.